MIGRACHIV: Kinderärztin Dr. Carmen Luz Herlinghaus

MIGRACHIV: Kinderärztin Dr. Carmen Luz Herlinghaus

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"Ich habe mein ganzes Berufsleben hier erlebt, ich bin hier richtig. Ich habe jetzt die deutsche Staatsbürgerschaft und ich habe mich akklimatisiert an die Traditionen - die habe ich schon als meine angenommen, ohne die anderen zu vergessen, wo ich herkomme. Die sind auch sehr lebendig, aber ich fühle mich hier zu Hause."

Dr. Carmen Luz Herlinghaus studierte in Valparaiso (Chile). Dort entwickelte sich ihr soziales und politisches Engagement Anfang der 1970er Jahre, in der kurzen Zeit der Präsidentschaft von Salvador Allende. Carmen Luz war als Hebammenstudentin Teil der Bewegung für ein demokratisches Chile und blieb weiter aktiv nach dem Militärputsch 1973, mit dem für Chile eine lange Zeit der Diktatur begann.
 
Ende 1973 beantragte Carmen Luz politisches Asyl in der belgischen Botschaft, gemeinsam mit ihrem Partner, sie war damals schwanger. Nach einigen Monaten in Belgien kamen sie in die DDR. Dort konnte Carmen Luz nach einem einjährigen Deutschkurs schließlich in Rostock Medizin studieren. Bis zum Beginn ihrer Rente 2020 arbeitete sie in der Kinderklinik Lichtenberg in Berlin.
 

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Carmen Herlinghaus untersucht ein frisch operiertes Baby im Sana Klinikum Lichtenberg in Berlin (Anfang 2000er Jahre)
Carmen Herlinghaus untersucht ein frisch operiertes Baby im Sana Klinikum Lichtenberg in Berlin (Anfang 2000er Jahre)
Carmen Herlinghaus mit einem Migrantenkind aus dem Irak, das sehr schwer erkrankt war. Das Foto entstand kurz vor seiner Entlassung aus dem Krankenhaus (2018)
Carmen Herlinghaus mit einem Kind aus dem Irak, das sehr schwer erkrankt war. Das Foto entstand kurz vor seiner Entlassung aus dem Krankenhaus (2018)
Carmen Herlinghaus während ihres Studiums in Rostock (damals DDR). Mit einer weiteren Exil-Chilenin fertig sie Handarbeiten um Geld in die Heimat zu schicken (1970er Jahre)
Carmen Herlinghaus während ihres Studiums in Rostock (damals DDR). Mit einer weiteren Exil-Chilenin fertig sie Handarbeiten um Geld in die Heimat zu schicken (1970er Jahre)

Wie blickt Carmen Herlinghaus heute auf ihre politischen Erfahrungen? In was für einer Gesellschaft würde sie gerne leben?

“O Sea mi vision en cuanto a la justicia social sigue intacta, pienso que debe haber un modo en que se pueda permitir que la gente viva de una manera humana,nadie exige lujos, pero que se viva de una manera digna.”

Meine Vision von sozialer Gerechtigkeit ist unverändert, ich denke noch immer, dass es einen Weg geben muss, um allen Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Niemand verlangt Luxus, aber eben ein menschenwürdiges Leben.

“Nosotros aca en Europa vivimos el cambio partidario y la vision politica de los partidos de izquierda en Europa despues del cambio con la perestroika.”

Wir hatten mit der Perestroika eine große Veränderung, vor allem hier in Europa. Viele Parteien gibt es nicht mehr und es gab in den linken Parteien Europas einen Perspektivenwechsel in den politischen Visionen

Carmen Herlinghaus im Ruhstand während eines Spaziergangs in der Corona-Pandemie am Alten Museum in Berlin (Januar 2021)
Carmen Herlinghaus im Ruhstand während eines Spaziergangs in der Corona-Pandemie am Alten Museum in Berlin (Januar 2021)
Carmen Herlinghaus bei einem Volksfest, das Exil-Chilenen in der DDR organisiert haben (um 1978)
Carmen Herlinghaus bei einem Volksfest, das Exil-Chilenen in der DDR organisiert haben (um 1978)