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Newsletter Oktober 2022


💛 Bye bye IDEA, hello NETZWERK IDEA: Das Forschungsprojekt IDEA geht zu Ende
💛 Neu im MIGRACHIV 💛 Jasmina Prpíc und Beatriz Diaz de la Cruz, Anwältinnen ohne Grenzen 💛 Sarah, Internationaler Frauentreff und Nothilfeprojekte in Afghanistan
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Bye bye IDEA, hello NETZWERK IDEA

Das Projekt IDEA ist als Forschungsprojekt nun zu Ende gegangen. 42 Interviews haben wir mit euch gesammelt. 30 Podcasts sind in tollen Produktionsteams entstanden. Die Podcasts sind weiter öffentlich, auf den Podcastkanälen und über unsere Website herIDEA.de. Dafür bedanken wir uns bei euch allen, denn ohne euch wäre es nicht gelungen, dass so viele starke Stimmen nun hörbar sind!

Nicht nur im Web wird IDEA sichtbar und hörbar bleiben. Wir haben uns entschieden, als NETZWERK IDEA weiter zu bestehen. NETZWERK IDEA wird kooperativ von der Katholischen Hochschule Freiburg und der Feministischen Geschichtswerkstatt Freiburg verstetigt. Dort wollen wir mehr Oral History von Migrantinnen sammeln. In etwas langsameren Tempo, doch wieder mit euren Ideen, mit neuen Zeitzeuginnen und neuen Interviews.

Also: wir können auch in Zukunft eure Interviews begleiten, transkribieren und archivieren. Und für eine Weile werden auch neue Podcasts entstehen und weitere IDEA Zeitzeuginnen zu hören sein.

Kommt einfach mit all euren Ideen auf uns zu. Als Team erreicht ihr uns unter kontakt@heridea.de

Nausikaa Schirilla, Miguel García, Myriam Alvarez, Birgit Heidtke, Ada Rhode

MIGRACHIV: Jasmina Prpíc, wie kämpfst du mit juristischen Mitteln für Frauenrechte?

„Diese ehrenamtliche Tätigkeit, die ich seit 30 Jahren hier betreibe, wo ich mich als Anwältin ohne Grenzen engagiere, hat mir geholfen, meine Wunde zu überwinden, dass ich meinen Beruf verloren habe, weil ich eine leidenschaftliche Rechtsanwältin war.“
Jasmina Prpíc, wie kämpfst du mit juristischen Mitteln für Frauenrechte?
Jasmina Pripíc ist Juristin und lebt seit 1992 in Freiburg. 2007 gründete sie mit Kolleginnen den Verein Anwältinnen ohne Grenzen und setzt sich ein für die Verteidigung von Frauen- und Menschenrechten mit juristischen Mitteln.

Als 1992 die Kriegskämpfe im auseinanderfallenden Jugoslawien ihre Heimatstadt Banja Luka erreichten, entschied sie sich, mit ihrer Familie zu fliehen. Jasmina war in Jugoslawien Richterin. Doch bis heute darf sie in Deutschland nicht in einem juristischen Beruf arbeiten. Auch ein Aufbaustudium an der Uni Freiburg und viele Weiterbildungen haben nichts daran geändert. Ihr Fachwissen hat Jasmina trotzdem in ihrem politischen Engagement eingesetzt.

Als Juristin ist sie bis heute aktiv in der kommunalen Politik und auf internationaler Ebene. Das beginnt Anfang der 2000er Jahre mit ihrer Arbeit für Medica Mondiale. Damals begleitet sie Opfer von sexueller Kriegsgewalt, die vor dem Haager Kriegsverbrechertribunal aussagen wollten. Jasmina war auch gewählte Vertreterin im Migrant:innenbeirat der Stadt Freiburg und aktiv bei DaMigra, dem Dachverband der Migrantinnenorganisationen. Für ihre Arbeit ist Jasmina oft ausgezeichnet worden – unter vielen anderen 2012 mit dem Preis „Frau Europas“.

MIGRACHIV: Beatriz Diaz de la Cruz, woher nimmst du die Kraft für dein soziales Engagement?

„Ich habe immer versucht diese ganzen Programme mitzumachen, um mich ein bisschen abzulenken. Mein Engagement war mehr eine Hilfe für mich, als für die, denen ich geholfen habe. Damit ich nicht in eine Depression komme oder so. Weil wenn man etwas gelernt hat und in dem Beruf gearbeitet hat, und kann das jetzt nicht mehr machen, sondern muss Toilette putzen, weil man das Geld verdienen muss. So habe ich einen Sinn für mein Leben gefunden, wenn ich verschiedene Projekte gemacht habe. Dann habe ich mich wohlgefühlt.“
Beatriz Diaz de la Cruz, woher nimmst du die Kraft für dein soziales Engagement?
Beatriz Diaz de la Cruz lebt in Freiburg und ist dort vielfältig engagiert. Im Mieter:innenbeirat der städtischen Wohnbaugesellschaft entwickelt sie Ideen für ihren Stadtteil. In ihrer Kirchengemeinde unterstützt sie Familien und Wohnungslose. Bei den Freiburgerinnen aus aller Welt lebt sie ihre Leidenschaft, Geschichten zu erzählen und zu schreiben.

Beatriz ist 1968 in der Dominikanischen Republik geboren, in der Hauptstadt Santo Domingo und dort auch aufgewachsen. Als Hotelfachfrau geht sie 1994 nach Deutschland, für zwei Jahre. Weil sie für ihren Beruf Deutsch lernen will. Wieder zuhause, beschließt sie bald darauf, Jura zu studieren und macht in der Dominkanischen Republik ihr Diplom. Doch Beatriz will einen internationalen Abschluss als Juristin. Dafür geht sie nach Freiburg. Dort lernt sie ihren Mann kennen und ihre ersten Kinder kommen auf die Welt. Nach einer kurzen, vom deutschen Ausländerrecht bestimmten Zwischenstation in ihrer Heimat, lebt Beatriz nun schon seit 2009 fest in Freiburg.

Beatriz ist auch politisch aktiv, unter anderem in der NGO Anwältinnen ohne Grenzen. Mit dieser Arbeit baut sie auch eine Brücke zwischen Deutschland und der Dominikanischen Republik.

MIGRACHIV: Sarah, wie erreichen wir interkulturelles Zusammenleben?

„Es geht um uns Menschen, es geht nicht um diesen Glauben. Es geht um diese Fatima, die gerade hier sitzt oder um die Aishe, die gerade dort hier sitzt. Und nicht, was Urururgroßeltern von Aishe gemacht hat. Das ist unwichtig. Aber die Aishe hat sehr schwere Zeit gehabt, nur die Fatima hat eben eben auch schwere Zeiten hinter sich. Und darüber hinaus zu gehen um sich zu umarmen, das ist manchmal eine Herausforderung und sehr sehr gut darüber zu reden.“
Podcast herIDEA - sie, engagiert, diverskulturell
Sarah ist vereidigte Dolmetscherin. Sie ist Mitbegründerin eines Vereins, der Nothilfeprojekte in Afghanistan durchgeführt hat. In Freiburg gründete Sarah einen internationalen Frauentreff, einen Ort für Frauen mit und ohne Migrationsgeschichte.

Sarah ist Mutter von drei Töchtern. Über die Jahre nahm sie insgesamt vier jugendliche Geflüchtete bei sich auf – bis sie alt genug waren, um ihr eigenes Leben zu führen. Sarah wurde 1962 in Kabul in Afghanistan geboren.
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Im Podcast „herIDEA – sie, engagiert, diverskulturell“ erzählen Migrantinnen ihre Geschichten in der Reihe MIGRACHIV.
Den Podcast herIDEA findest du kostenlos auf allen gängigen Portalen: Spotify | Deezer | Apple Podcast
Das Forschungsprojekt IDEA - Inklusives Digitales Erinnerungsarchiv - ist ein Oral History-Projekt von und mit gesellschaftlich engagierten Frauen mit internationaler Geschichte. Sie setzen sich ein für mehr Sichtbarkeit, Teilhabe und Chancengerechtigkeit.

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IDEA ist ein Kooperationsprojekt der Katholischen Hochschule Freiburg und der Hochschule Furtwangen. Praxispartnerin ist die Feministische Geschichtswerkstatt e.V. IDEA wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
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